Früh 1973 ging ich aus Warschau fort, nach einer Krankheit, kam schwach wieder nach Stockholm.
Dort verließen Freunde die Stadt und liehen mir ihre Wohnung.
Künstler Dominik arbeitete in einem guten Restaurant, empfiehl mich dort weiter und ich bekam einen Job, wusch zehn Stunden am Tag Teller und das sieben Tage die Woche. Das Essen dort war gut sowie auch die Bezahlung und ich hatte mich schnell erholt.
Dominik lud mich einen Abend ein und erstaunte mit expressionistischen Portraits. Er hatte gerade beschlossen nie wieder zu malen, gab mir schwarze Graphik-Farbe und eine Gummi-Walze.
Zurück zu Hause fand ich eine Steinplatte in der Küche. Die schwarze Farbe war dickflüssig, sodass ich die Walze solange hin und her rollte bis die ganze Oberfläche davon bedeckt war.
Dann schnitt ich mit der Schere einige Gestalten und Formen aus, arrangierte sie zu einer Komposition, fügte hier und dort etwas Alufolie hinzu, sowie einige Salzkörner.
Das alles bedeckte ich mit einem weißen Blatt Papier und walzte mit der Farbe darüber. |
Das erste Mal im Leben mit meine kreative Aktivität fasziniert.
Schwarz-Weiß spielten zusammen, silbergraue Töne entstanden, ein Wunder der zufälligen Ereignisse. Diese Nacht verbrauchte ich das ganze Papier das ich hatte für Monotypien. Der starke Geruch der Farbe und des Terpentins in der Wohnung, Fussboden voll bedeckt mit Bildern.
Nach kurzem Schlaf ging ich ins Restaurant nur noch um bezahlt zu werden. Auf dem Weg nach Hause kaufte ich mir einen Stapel Papier und Graphik-Farben. Mein Leben als Maler begann. |
Fluoreszierende Farben, Kupferdruck-, Graphik- und Druckfarben, verschiedenste Papiersorten.
Ich versuchte alles was ich finden konnte und lernte bei der Arbeit alle Tage was dazu.
Die ständigen Entdeckungen änderten mein Leben und erstreckten es in das Unendliche.
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Gold, Grün oder Silber benutzte ich für den Hintergrund, mischte es mit roter oder blauer Farbe um verschiedene Farbabstufungen zu erlangen.
Versuchte alle Farbvariationen, erfreute mich an der pointillistischen Textur, die durch die Walze entstanden.
Machte mir keine großen Gedanken über die Kompositionen.
Schnitt einfach Papier und legte es zusammen, wie mir danach war.
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Das nächste Jahr wurde zum Spannendsten. Ich machte tausende Monotypien, entwickelte meine eigene Technik, sodass jede Menge Kopien von einem Thema möglich waren.
Wollte außerdem nach Indien reisen, aber fuhr in Bulgarien meinen VW-Bus zu Schrott, ließ ihn in Jugoslawien reparieren und fuhr nach Wien um Peter Breughel zu sehen.
Der regnerische Herbst war im Anmarsch, die Abenteuer waren zu Ende.
Ging wieder nach Warschau, nahm mir dort ein Atelier, arbeitete halbes Jahr voller Leidenschaft durch, nahm LSD um Korrekturen zu machen und eine klare Sichte zu haben, veröffentlichte und stellte meine Werke aus, meditierte und machte Yoga, um meinen Körper im kalten Winter warm zu halten.
Früh 1974 ging ich nach Amsterdam. Meine ich die nächste Seite!
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