1975 war ich beschäftigt mit Print-Paintings, zeitberaubende Aktivität.
Zwei Freunde besuchten mich nachmittags zum LSD Trip. Toller Tag. Ich arbeitete noch zwei Stunden, dann wusch ich die Werkzeuge. Tee, Musik, Witze.
Mir war heiss.
Die Handflächen warm ausstrahlend.
Ich legte meine rechte Hand nur um sie abzukühlen in die Dose voll dicker schwerer Druckfarbe, die langsam von meiner Wärme und Bewegung dünner wurde. Dann habe ich meine Hand auf weißes Papier geworfen.
Schwarze Silhouetten sprangen mir in die Augen.
Schamanen.
Nach dem Trocken verstaute ich das Papier irgendwo und vergaß. |
1978/9, Winter in West-Berlin, ein neuer Anfang. Ich sollte an diesem Abend ein Plakat zu meiner Ausstellung in Düsseldorf machen.
Mischte tiefe blaue Farbe im Eimer, legte weisse Papiere auf den Tisch, zündete einen Joint an, hörte Bob Dylan zu, dachte an Plakat-Design.
Ich stieß den Eimer mit dem Ellbogen, die Farbe floss aus.
Ich nahm keinen Lappen, plazierte die rechte Hand in die Farbe und dann warf ich sie gegen das Papier. 'First Touch' oben. Wie ein Gesicht?
Noch weitere Berührungen in dieser Nacht gemacht, um meine Bestimmung zu stillen. |
Fliege hoch, mein innerer Drache.
1979, der sogenannte Zeitgeist hat mein Sein, Malen und Sehnsucht erobert. Konnte mich selber nicht erkennen. Habe schon so viele Leinwände gemalt, ohne auch nur einmal Schwarz zu benutzen.
Sieh, wie faszinierend es war - pur, oder mit etwas Blau vermischt um es kühl zu haben, oder mit Rot für warme Töne. |
Wie anders war dann der Weg des Malens. Wenig Gemeinsamkeit mit meinen Graphiken oder Gemälden.
Gefühl und Geist waren anders, Konzentration und Seinzustand waren anders, aggressiv present im Hier und Jetzt.
Ich hatte schon viele Jahre Za-zen gemacht; aus praktischen Gründen, nicht aus Suche nach der Erleuchtung, nutzte ich die Meditation wie ein Bad um mich von allen Gefühlen, Vorstellungen und Trips zu reinigen.
Fühlte mich in dieser Malerei wie ein Zen Monch, warf mein Hand gegen Papier, dem Sein Ausdruck gebend, im Hier und Jetzt, im Nu. |
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Über die physiologischen Konsequenzen meiner Arbeit:
Nach mehreren Wochen wo ich mehrmals täglich meine Hände in Wasserfarben, Seifenwasser, Druckfarben und Terpentin wusch, fing meine Haut zu schuppen an.
Naja, der Papierstapel unter'm Tisch war einen halben Meter hoch. Genug.
Und was mit meiner jungen Liebe zum Schwarz?
Ich hatte neues Werkzeug benutzt, das Malmesser,
aber das ist eine andere Geschichte, andere Seite, 'Malende Messer'.
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